Macht Fett fett?

Diese Aussage wurde uns lange eingeredet. Doch so ganz stimmt es nicht, schauen wir uns diese Sache mal genauer an.

Was ist überhaupt Fett?

Um die folgenden Informationen besser verstehen zu können, schauen wir uns zuerst etwas anderes an. Wichtig zu wissen ist, dass alle Lebewesen, also auch wir, auf diesem Planeten auf Kohlenstoff basieren. Soweit ist sich die Wissenschaft heutzutage mit den weisen Menschen aus früheren Zeiten endlich einig. Wenn wir nun über den Begriff Kohlenhydrathe genauer nachdenken, dann fällt auf, dass Kohlenhydrathe aus Kohlenstoff, Wasser und Sauerstoff (CHO) bestehen. Interessanter Weise besitzt Fett dieselbe Zusammensetzung (CHO), es handelt sich nur um eine andere Form. Das Protein ist ähnlich aufgebaut und besteht aus Kohlenstoff, Wasser, Sauerstoff und Stickstoff (CHON).
Unser Körper ist in der Lage Kohlenhydrathe in Fett umzuwandeln, doch umgekehrt ist dies nur in einem sehr geringen Maße möglich, dennoch ist es möglich.

Es gibt gute uns schlechte Fette. Gute Fette sind gesättigte Fette (Tierisches Fett), natürliche Fette (Fisch, Nüsse, Fleisch, Avocado) und natürlich verarbeitete Öle. Schlechte Fette sind künstlich hergestellte und verarbeitete Fette, welche einen hohen Anteil an Omega6 aufweisen und somit Entzündungen begünstigen. Auf lange Sicht sind schlechte Fette zu vermeiden, auch wenn sie kurzzeitig keine Probleme bereiten.

Nichts passiert ohne Grund

Der Körper ist sehr intelligent, wenn man so möchte. Er ist in der Lage viele Prozesse anzustoßen, zu steuern und das immer nur aus bestimmten Gründen. Daher regt es uns ein bisschen auf, wenn Menschen oder Ärzte sagen, dass kann mal passieren, ohne nach dem Grund dahinter zu forschen.
Der Hauptgrund für unseren Körper ist die Sicherung des Überlebens. Das hat sich seit Jahrmillionen nicht verändert und wird es vermutlich auch nie.
Schauen wir uns mal die anderen wilden Tiere auf diesem Planeten an. Sie verfügen immer über eine unregelmäßige Nahrungszufuhr. So erging es uns Menschen auch und daher hat unser Körper ein System entwickelt, damit umzugehen. Ohne dies würde der Mensch nicht mehr existieren. Das Essen und Hungern gehört also zu uns und dafür ist unser Körper ausgelegt. Wenn wir über ausreichend Nahrung verfügt haben, dann musste unser Körper etwas für schlechte Zeiten speichern. Daran hat sich heute nichts geändert, nur dass der Nachschub an Nahrung nicht abreisst.
Diese Speicherung kann in Form von Glykogen oder Fett erfolgen. Unsere Proteine werden zuletzt verwertet, da sie unser Überleben sichern.
Unser Körper ist nicht so gut darin, Glykogen zu speichern. Unser größtmöglicher Glykogenspeicher (ca.1500 kcal) reicht gerade einmal für 24 Stunden, dann ist er leer. Davon wird der größte Teil in unseren Muskeln fest gespeichert und nur ca. 400 kcal können wir mit Hilfe der Leber für unser Gehirn, Organe und roten Blutzellen verwenden.
Also hat der Körper einen besseren Weg gefunden, um etwas für schlechtere Zeiten zu speichern. Um ein Beispiel zu nennen, gehen wir von einem Menschen mit einem Gewicht von 100KG und einem Körperfettanteil von 40 Prozent aus. Rein rechnerisch sind dies 280.000kcal die so ein Mensch für schlechte Zeiten speichert. Dieser Speicher würde für ca. 6 Monate reichen. Dieser Mensch bräuchte nur noch Wasser, einige Vitamine und Mineralien zu sich zu nehmen.
Es ist offensichtlich, dass unser Körper die Möglichkeit des Fettspeicherns nicht ohne Grund geschaffen hat. Nur so ist er in der Lage, über einen langen Zeitraum Energie aus seinem Speicher zu beziehen. Fett als Energiespeicher ist für unseren Körper sehr effizient.
Glykogen bindet immer Wasser an sich und so wiegt ein Gramm Glykogen im Endeffekt 4g. So kommen wir auf ca. 4cal. Fett im Gegensatz bindet kein Wasser und wiegt weiterhin 1g, bringt uns aber 9cal. Um dies mal in einen Bezug zu setzen, sehen wir uns das folgende Beispiel an. Damit ein schlanker Mensch mit nur wenig Nahrung über den Winter kommt, braucht er Reserven. Sagen wir mal er benötigt 15KG an Körperfett. Wollte er dies mit Glykogen erreichen bräuchte er 135KG, inklusive dem gebundenen Wasser, um zu überleben. Da wir als Mensch dieses Gewicht mit uns herumtragen müssen, klingen die 15KG Rücken- und Gelenkfreundlicher.
Das ist der Grund, warum unser Körper die Fähigkeit besitzt, Energiereserven in Form von Fett zu speichern und zu nutzen.

Wie speichern wir Fett?

Der Hauptakteur ist unser Hormon Insulin. Wenn wir nun viele Kohlenhydrathe zu uns nehmen, dann produziert unser Körper schnell viel Insulin, um unseren Organismus in Balance zu halten. Bei Proteinen fällt die Antwort des Insulins nicht so massiv aus und bei Fett ist sie deutlich am geringsten. Der Körper verwendet das Insulin, um unser Gehirn vor zu viel Zucker im Blut zu schützen.
Das Insulin ist dafür verantwortlich, Energie zu speichern. Bei der Zufuhr von Kohlenhydrathen bekommen wir schnell wieder Hunger, könnten uns aber auf diese Weise eine gute Fettreserve für den Winter anlegen. Bei Proteinen oder Fett schwankt unser Blutzucker nicht so stark und so bekommen wir nicht so schnell wieder Hunger. Das Problem mit Insulin ist, dass es nicht nur Fett speichert, sondern eine Fettverbrennung verhindert.

Wenn wir also mehr als wir benötigen essen, wird dieser Überschuss als Fett in unserem Körper gespeichert, da das Hormon Insulin vermehrt ausgeschüttet wird.

Das Problem in der heutigen Zeit ist, dass dieser Speichervorgang dafür ausgelegt ist, eben nicht regelmäßig zu essen. Doch wir gönnen unserem Körper keine Pause. Schlimmer noch, wir haben gelernt und bekommen es immer noch an die Hand, dass regelmäßige Malzeiten wichtig und gesund sind. Doch genau dadurch kommt es zu Übergewicht und Diabetes, sowie anderen Folgekrankheiten. Ob man uns krank halten möchte?

Ist Fett nun gesund?

Es gibt Studien, die behaupten das Fett eine Insulinresistenz auslöst. In diesen Studien wurde nachgewiesen, dass eine fettige Zelle insulinresistent ist. Doch dabei wurde eine Frage gar nicht gestellt. Denn wie wurde die Zelle überhaupt insulinresistent? Es war wiedermal das Insulin, welches dafür gesorgt hat, dass Fett in die Zelle gelangt und diese somit insulinresistent wurde. Der Auslöser kann also gar nicht das Fett sein, da Kohlenhydrathe das Insulin weitaus höher ansteigen lassen. Dennoch muss man hier festhalten, dass der echte und einzige Auslöser eine regelmäßige und zu hohe Zufuhr an Energie, egal in welcher Form, ist. Eine Zelle wird insulinresistent, wenn sie dauerhaft gefüttert und nie geleert wird. Da Fett in unserer Nahrung das Hormon Insulin nicht hochschnellen lässt, kann es im Grundsatz nicht ungesund sein.

Ein weiterer Irrtum ist, dass unser Körper als primäre Energiequelle Zucker verwertet. Nur weil Zucker, wenn es im Körper ist, bevorzugt verwertet wird, sagt es nichts über die primäre Energiequelle aus. Es sagt erstmal aus, dass der Körper den Zucker schnell wieder aus dem Blutkreislauf haben möchte, um sich , speziell das Gehirn, zu schützen. Daher ist Fett die primäre Energiequelle unseres Körpers, denn damit arbeitet unser Körper perfekt, selbst wenn wir nichts essen.
Damit räumen wir gleich mit der Annahme auf, dass unser Gehirn ausschließlich Zucker benötigt um zu arbeiten. Das Gegenteil ist der Fall. Sobald unser Körper Ketone produziert, verwendet unserer Gehirn zu 75% diese um zu funktionieren.

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Darin geht es noch etwas weiter ins Detail.

Es gibt Diätformen, die befürworten einen sehr geringen Fettanteil in der Nahrung von ca. 10%. Das Problem ist, wie bereits dargelegt, dass unser Körper nicht mit so wenig Fett gesund leben kann. Das resultiert aus der Tatsache, dass unsere Organe am besten mit Fett funktionieren, wenn wir nicht zu viel oder unregelmäßig essen. Unser Körper würde ohnehin die zugeführten Kohlenhydrathe gut zur Hälfte zu Fett wandeln, weil er Fett braucht um gesund zu sein.

Macht Fett nun fett?

Hier kommt es darauf an, ob dem Körper viele Kohlenhydrathe und viel Fett zugeführt werden. In dem Fall macht Fett fett. Reduzieren wir jedoch die Zuführung von Kohlenhydrathen, dann macht uns Fett nicht fett. Das ist darin begründet, dass unserer Körper ohne oder mit weniger Kohlenhydrathe weniger Insulin produziert und somit wird weniger Fett eingelagert. Weiter haben wir nicht so oft Hunger und essen weniger, so verbrauchen wir wieder Fett.

Ein weiterer Punkt ist, dass wir berücksichtigen müssen, wie weit unsere Insulinresistenz vorgeschritten ist. Es gilt immer zuerst diese zurückzusetzen. Denn mit einer bestehenden Insulinresistenz nehmen wir automatisch zu. Sobald wir nicht mehr Insulinresistent sind, also Insulinsensitiv, hilft uns das Fett dabei uns vor einer Insulinresistenz zu schützen.

Es ist also keineswegs gesund bei der Nahrung auf fettreduzierte Lebensmittel zu setzen.

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